Ausgangslage

Der Kunde operierte ein hochvolumiges B2B-Geschäft mit über 5.000 Bestellungen pro Monat. Die Auftragsabwicklung lief manuell über Excel-Exporte und manuelle Eingaben in das ERP-System.

Die Fehlerquote lag bei 15 %, was zu Retouren und Nacharbeit führte. IT und Einkauf berichteten von einem Engpass bei der Kapazitätsplanung. Manuelle Dubletten und verzögerte Bestätigungen belasteten die Kundenzufriedenheit.

Das Ziel war klar: Prozessstabilität erhöhen und manuelle Arbeitsschritte eliminieren. Die Geschäftsleitung forderte eine Lösung ohne teure ERP-Umstellung innerhalb von drei Monaten.

Umsetzung

Wir analysierten den bestehenden Prozess und identifizierten drei kritische Touchpoints für die Automatisierung.

  • Bestellimport: Power Automate liest eingehende E-Mails und strukturiert die Daten aus PDFs und Excel-Dateien.
  • ERP-Anbindung: Ein Custom Connector validiert Artikelnummern und Preise direkt im ERP-System.
  • Statusrückmeldung: Automatisierte E-Mail-Versand mit Tracking-Link bei Auftragsbestätigung.

Die Implementierung erfolgte in zwei Sprints à vier Wochen. Wir nutzten Microsoft Power Automate in Kombination mit Azure Data Factory für die Datenvalidierung. Keine Änderung am ERP-System selbst war notwendig.

Ergebnis

Nach der Produktivsetzung zeigte der Prozess eine signifikante Verbesserung der Kennzahlen.

Die Fehlerquote sank von 15 % auf 6 %. Die manuelle Nacharbeit im Einkauf reduzierte sich um 20 Stunden pro Woche. Die Durchlaufzeit von der Bestellung bis zur Bestätigung verkürzte sich von 24 Stunden auf 14 Stunden.

KennzahlVorherNachher
Fehlerquote15 %6 %
Durchlaufzeit24 h14 h
Manuelle Arbeit40 h/Woche20 h/Woche

Die Investition amortisierte sich innerhalb des zweiten Quartals nach Go-Live.

Learnings

Der Erfolg basierte auf einer engen Zusammenarbeit zwischen IT und Fachabteilung. Datenqualität ist der entscheidende Faktor für RPA-Projekte.

  • Klare Schnittstellen definieren, bevor der Bot gebaut wird.
  • Fehlerbehandlung im Workflow priorisieren, nicht nur den Happy Path.
  • Kleine Pilotprojekte vor der Vollautomatisierung starten.

Die Lösung ist skalierbar und wurde bereits auf zwei weitere Produktkategorien ausgedehnt.

Ergebnisse

  • -60 % – Reduktion der Auftragsfehler
  • -42 % – Kürzere Durchlaufzeit
  • 20 h – Eingesparte manuelle Arbeitszeit pro Woche

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