Ausgangslage: Globale Produktionsdaten ohne Resilienz
Unser Kunde ist ein mittelständischer Maschinenbauer mit Hauptsitz in New York und einer wachsenden Fertigungsbasis in Asien. Die zentrale Produktionsdatenbank lief ausschließlich auf lokalen Servern in New York. Bei einem regionalen Ausfall stand die gesamte Fertigung in Singapur still.
Die bisherigen Recovery-Ziele (RTO) lagen bei über vier Stunden. Diese Dauer verletzte die neuen Service Level Agreements mit internationalen Großkunden. Zudem fehlte eine automatisierte Synchronisation der Echtzeit-Daten zwischen den Standorten.
Umsetzung: Synchronisierung über Azure Global
Wir migrierten die kritischen Produktionsdatenbanken in die Microsoft Azure Cloud. Der Primärstandort verblieb in New York, der sekundäre Standort wurde in Singapur etabliert.
Die technische Architektur basiert auf folgenden Kernkomponenten:
- Azure SQL Database: Als zentraler Datenhaltungsschicht mit automatischer Georeplication.
- Azure Site Recovery: Für die Orchestrierung der Failover-Prozesse über Kontinente hinweg.
- Private Link & ExpressRoute: Um die Datenübertragung sicher und mit garantierter Latenz durchzuführen.
Die Migration erfolgte in drei Phasen über einen Zeitraum von 12 Wochen. Phase 1 umfasste die Cloud-Infrastruktur, Phase 2 die Datenmigration ohne Downtime, Phase 3 die Automatisierung der Failover-Tests.
Ergebnis: Vom Störfall zum Standardbetrieb
Nach dem Go-Live wurde das System in zwei simulierten Katastrophenszenarien getestet. Die Ergebnisse übertrafen die internen Erwartungen deutlich.
- Recovery Time Objective (RTO): Reduziert von 4 Stunden auf 15 Minuten.
- Recovery Point Objective (RPO): Datenverlust minimiert auf unter 5 Sekunden.
- Kosten: Durch den Cloud-Verbrauch sanken die IT-Kosten für Disaster Recovery um 22 % im Vergleich zur alten Hardware-Lösung.
Die Fertigung in Singapur konnte bei einem Testausfall in New York innerhalb von 12 Minuten produktiv weiterarbeiten. Die Geschäftsführung erhielt einen automatisierten Statusbericht per E-Mail, ohne dass IT-Interventionen nötig waren.
Learnings: Planung schlägt Technik
Die größte Herausforderung war nicht die Technik, sondern die Netzwerk-Latenz zwischen den Kontinenten. Eine frühzeitige Lasttest-Phase war entscheidend, um Engpässe in der Übertragungsbandbreite zu identifizieren.
Zudem zeigte sich, dass die Schulung der IT-Teams vor Ort in Singapur essenziell war. Die Teams mussten verstehen, wie das Failover-System logisch arbeitet, um im Ernstfall keine unnötigen Eingriffe vorzunehmen. Die enge Zusammenarbeit zwischen den Standorten während der Migrationsphase stärkte zudem die interne IT-Kultur.
Ergebnisse
- 15 Min – Reduzierte Recovery Time (RTO)
- < 5 Sek – Maximaler Datenverlust (RPO)
- -22 % – Senkung der DR-Infrastrukturkosten
- 12 Wochen – Gesamtdauer der Migration