Ausgangslage
Der Kunde betrieb seine gesamte IT-Infrastruktur in einem lokalen Rechenzentrum in Wien. Das System bestand aus veralteten On-Premise-Servern, die das Magento-Shop-System sowie die interne Microsoft 365-Umgebung beherbergten.
Die Instandhaltung war manuell und fehleranfällig. IT-Support-Aufwände stiegen jährlich um 15 Prozent, da externe Dienstleister für Server-Pflege und Backup-Läufe beauftragt werden mussten.
Ein besonders kritischer Punkt war das Backup-Verfahren. Die Datensicherung erfolgte wöchentlich auf externe Festplatten. Im Falle eines Hardware-Ausfalls drohte ein Datenverlust von bis zu 7 Tagen, was bei einem E-Commerce-Unternehmen existenzbedrohend wäre.
Umsetzung
Wir migrierten die gesamte Infrastruktur in ein hochverfügbares Cloud-Rechenzentrum in Frankfurt am Main. Die Migration erfolgte phasenweise über einen Zeitraum von 6 Wochen, um den laufenden Shop-Betrieb nicht zu unterbrechen.
Kern der neuen Architektur war ein Managed Hosting-Setup mit folgender Struktur:
- Automatisiertes Backup: Stündliche inkrementelle Backups und tägliche Vollbackups direkt in die Cloud.
- Redundanz: Alle Server laufen in einem aktiven-passiven Cluster, um Ausfälle zu kompensieren.
- Monitoring: 24/7-Überwachung aller Komponenten mit proaktiven Alerts an das IT-Team.
Die manuellen Wartungsprozesse wurden durch automatisierte Skripte ersetzt. Updates für das Magento-System und die Windows-Server werden nun patch-based und außerhalb der Geschäftszeiten eingespielt.
Zusätzlich optimierten wir die Microsoft 365-Lizenzen. Durch die Analyse der Nutzungsdaten konnten redundante Lizenzen gestrichen und die Kosten pro Nutzer gesenkt werden.
Ergebnis
Nach der vollständigen Umstellung auf das Managed Hosting-Modell stabilisierten sich die IT-Prozesse. Die monatlichen Betriebskosten sanken signifikant, da die Kosten für physische Server, Kühlung und manuelle Wartung entfielen.
Die wichtigsten Kennzahlen nach 6 Monaten im Betrieb:
- TCO-Reduktion: Die Total Cost of Ownership für die IT-Infrastruktur sank um 30 Prozent.
- RTO-Verbesserung: Die Recovery Time Objective (Zeit bis zur Wiederherstellung) wurde von 7 Tagen auf unter 4 Stunden reduziert.
- Verfügbarkeit: Die Systemverfügbarkeit stieg von 99,2 % auf 99,95 %.
Das IT-Team konnte sich wieder auf strategische Projekte konzentrieren, statt sich mit Server-Pflege zu beschäftigen. Die Reaktionszeit auf Support-Tickets halbierte sich durch das proaktive Monitoring.
Learnings
Automatisierung ist der Schlüssel zur TCO-Senkung. Manuelle Prozesse sind nicht nur teuer, sondern auch die häufigste Ursache für Sicherheitslücken.
Ein klar definiertes Backup-Konzept ist keine Option, sondern Pflicht. Bei E-Commerce-Systemen ist der Wert der Daten höher als der Wert der Hardware.
Die Migration sollte immer phasenweise erfolgen. Ein Big-Bang-Ansatz bringt unnötiges Risiko für den laufenden Betrieb mit sich.
Transparenz in der Kostenstruktur ist entscheidend. Durch die klare Abgrenzung von Hosting-Kosten und Service-Pauschalen konnte der Kunde seine Budgetplanung erstmals präzise steuern.
Ergebnisse
- -30 % – TCO-Reduktion
- < 4 Std. – Recovery Time Objective (RTO)
- 99,95 % – Systemverfügbarkeit
- 6 Wochen – Umsetzungszeitraum