Ausgangslage
Der Kunde betreibt einen Fertigungsbetrieb in Singapur, der über eine zentrale ERP- und MES-Lösung in Deutschland gesteuert wird. Die räumliche Distanz führte zu einer durchschnittlichen Latenzzeit von 80 ms bei jeder Datenbankabfrage. Dies verursachte spürbare Verzögerungen bei der Erfassung von Produktionsdaten und der Freigabe von Arbeitsaufträgen. Die Operator:innen meldeten regelmäßig, dass die Systeme während des Schichtwechsels unreaktionär wirkten. Die Produktivität sank dadurch messbar um etwa 5 % gegenüber den deutschen Standorten.
Umsetzung
Wir analysierten den Datenfluss und identifizierten, dass 70 % der Abfragen redundante Masterdaten betrafen, die lokal nicht zwischengespeichert waren. Die Lösung bestand in der Implementierung einer Edge-Server-Infrastruktur direkt in der Rechenzentrum-Region Singapur. Wir migrierten die transaktionalen Schreibvorgänge weiterhin auf die zentrale Cloud in Frankfurt, nutzten aber lokale Edge-Knoten für Lesezugriffe und Caching. Die technische Umsetzung umfasste drei Kernschritte: 1. Deployment von zwei Edge-Servern in Singapur. 2. Einrichtung einer automatisierten Replikations-Pipeline für statische Stammdaten. 3. Konfiguration der Load-Balancing-Regeln, um Lesezugriffe lokal zu bedienen. Das Projekt wurde in 6 Wochen von der Planung bis zum Go-Live abgeschlossen.
Ergebnis
Nach der Aktivierung der Edge-Infrastruktur sank die gemittelte Antwortzeit auf 12 ms. Die Abhängigkeit von der transatlantischen Verbindung für Routinevorgänge wurde eliminiert. Die Operator:innen berichteten von einer sofort spürbaren Geschwindigkeit der Benutzeroberfläche. Die Produktionsausfallzeiten aufgrund von Systemtimeout-Fehlern gingen auf null zurück. Zudem stieg die Datenerfassungsrate in der Fertigung um 15 %, da keine Eingaben mehr durch Ladezeiten unterbrochen wurden. Die Investition amortisierte sich innerhalb von 4 Monaten durch die vermiedenen Produktivitätsverluste.
Learnings
Die geografische Nähe der Rechenressourcen ist für Echtzeit-Produktionssysteme entscheidend. Eine reine Cloud-Centralisierung ist für globale Fertigungsstandorte oft nicht ausreichend. Edge-Computing bietet hier die beste Balance zwischen Datenkonsistenz und Reaktionszeit. Wichtig war die klare Trennung zwischen Lese- und Schreibzugriffen, um Dateninkonsistenzen zu vermeiden. Die lokale Infrastruktur erfordert weniger Wartungsaufwand, als viele Entscheider zunächst befürchten, wenn sie auf moderne Managed-Hosting-Dienste zurückgreifen.
Ergebnisse
- -85 % – Reduktion der Latenzzeit (80 ms auf 12 ms)
- +15 % – Steigerung der Datenerfassungsrate in der Fertigung
- 6 Wochen – Gesamtdauer der Implementierung
- 0 – Systemausfälle durch Timeouts nach dem Go-Live
Passend dazu
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